Wenn die eigene Webseite in den Suchergebnissen der großen Suchmaschinen nicht auftaucht oder unter ferner liefen rangiert, sollte dies immer ein Grund zur Besorgnis sein. Denn dies kann auf technische Probleme der Webseite hindeuten.

Ein technisches SEO-Audit kann hier helfen die Schwachstellen zu identifizieren und zu beseitigen. In unserem Blog-Artikel zeigen wir die 6 größten Problemfelder und auf welche möglichen Fehlerquellen es zu achten gilt.

Tags: , , 6,1 Min. LesezeitZuletzt aktualisiert: 15. Juli 2022

Als die ersten Suchmaschinen für die breite Nutzung verfügbar waren, war es noch recht einfach dort gute Platzierungen zu erhalten. Mit ein bisschen verstecktem Text oder einer übermäßigen Anzahl an externen Links aus anderen Domains konnte man schnell Top-Rankings erzielen. Mit dem Wachstum des Internets sowie der steigenden Komplexität von Webseiten und Webapplikationen veränderte sich auch die Art und Weise wie Suchmaschinen ihre Ergebnisse bewerten.

Um heutzutage in der organischen Suche relevant zu sein, benötigt es verschiedene Grundvoraussetzungen wie eine korrekte HTML-Struktur oder externe Verlinkungen auf die eigene Seite. Darüber hinaus benötigt man hochwertigen Content, der den Nutzer in jedem Schritt seiner Customer Journey gezielt unterstützt.

Doch wie stellt man sicher, dass die eigene Seite technisch so aufbereitet ist, dass sie von Suchmaschinen entdeckt und gecrawlt wird und schlussendlich von Nutzern gefunden werden kann? Denn schließlich nutzt guter Content nichts, wenn dieser nicht zugänglich ist.

Technisches SEO-Audit zur Identifizierung von Schwachstellen

Hierzu bedient man sich eines technischen-SEO-Audits, um potenzielle Schwachstellen zu identifizieren, die die Positionierungen in den Suchmaschinen beeinträchtigen könnten.

Ein technisches SEO-Audit kann verschiedenste Problemfelder umfassen, doch grundsätzlich konzentriert es sich auf die Zugänglichkeit der Website für die Suchmaschinen sowie auf deren semantische Aufbereitung. Eine Analyse des Inhalts findet hier bewusst erst einmal nicht statt.

Folgende Problemfelder stehen beim technischen SEO-Audit im Fokus:

  • Indexierung und Crawling
  • HTML-Elemente
  • Bilder
  • PageSpeed
  • Strukturierte Daten
  • Mobile Optimierung

  1. Indexierung und Crawling

Suchmaschinen „crawlen“ Webseiten und deren Inhalte, um sie in den Suchindex aufzunehmen und sie den Nutzern später als Suchergebnis zur Verfügung zu stellen. Da ihre Ressourcen begrenzt sind, nutzen sie verschiedene Hinweise auf den Webseiten, um neue Inhalte aufzuspüren.

Wird eine neue Seite erkannt, wird diese gecrawlt – sofern vom Webseitenbesitzer gewünscht – und in den Index aufgenommen. Sollte Ihre Webseite sich noch nicht im Index befinden, obwohl Sie Ihre Seite dort gern sehen würden, so kann hier schon das erste Problem liegen.

Es ist nämlich möglich, dass die Suchmaschinen gar nicht auf die Seite zugreifen können. Somit kann sie nicht indexiert und damit nicht von den Nutzern gefunden werden.

Aus diesem Grund sollten bei einem technischen SEO-Audit folgende Elemente auf Ihre Richtigkeit überprüft werden:

  • Die Verfügbarkeit und Korrektheit einer XML-Sitemap

  • Inhalt der robots.txt-Datei

  • Einsatz von Canonical-Tags

  • Fehlerseiten und Serverfehler

  • Flache und nachvollziehbare URL-Struktur

  • Weiterleitungen mit richtigen Status-Codes

  • Verwendung von iFrames

  • Korrekter Umgang mit URL-Parametern

  • Internationalisierung der Inhalte

2. HTML-Elemente

Mit HTML gibt man den Webseiten eine klare, semantische Struktur. Dabei kann man durch den Einsatz von bestimmten HTML-Elementen den Suchmaschinen den Inhalt der Seiten klarer darstellen, so dass diese ihn besser aufbereiten können.

Falsch gesetzte oder fehlerhafte HTML-Elemente können allerdings auch dafür sorgen, dass eine Seite für bestimmte Suchanfragen keine Rankings erzielt, auch wenn sie aus Crawling- und Indexierungssicht erreichbar ist.

Bei einem technischen SEO-Audit sollte man bei den HTML-Elementen folgende mögliche Fehlerquellen untersuchen:

  • Korrekte Verwendung der H-Tags bei den Überschriften

  • Richtig gesetzte und befüllte Title-Tags

  • Einzigartige und korrekt gesetzte Meta-Descriptions

  • Korrekt gesetzte und erreichbare Verlinkungen

  • Einsatz von Navigation, Footer und Breadcrumb

Falsch genutzte HTML-Elemente können dafür sorgen, dass eine Webseite für bestimmte Suchanfragen keine Rankings erzielt.

3. Bilder

Bilder illustrieren viele Internetseiten und erleichtern dem Nutzer dabei das Erfassen des Webseiteninhalts. Sie werden schon seit den Anfängen des Internets genutzt. Dabei kann aber eine fehlerhafte Verwendung von Bildern für Probleme und Einschränkungen sorgen.

Zudem verbessert man mit einer durchdachten Bildoptimierung die Zugänglichkeit der Seite für beeinträchtigte Nutzer.

Um Bilder technisch zu überprüfen, sollten folgende Punkte überprüft werden:

  • Zugänglichkeit und Erreichbarkeit von Bildern für die Suchmaschinen – Bilder können ebenso wie Text gecrawlt und indexiert werden

  • Beschreibende Dateinamen ohne Sonderzeichen

  • Verwendung von einzigartigen und beschreibenden Alt-Tags

  • Verzicht auf den Einsatz von Texten in Bildern

4. PageSpeed

Die Ladezeit einer Website, der so genannte Page Speed, ist sowohl für die Suchmaschinen als auch für den Nutzer von großer Bedeutung. Mittlerweile ist es ein offizieller Rankingfaktor und gehört beispielsweise zu den „Core Web Vitals“ von Google. Lange Ladezeiten können sich negativ auf das Nutzererlebnis auswirken: bekommt der Nutzer kein Feedback, dass Inhalte einer Webseite geladen werden, so verlässt er die Seite, was zu einer höheren Absprungrate führt.

Bei einem technischen SEO-Audit können sehr viele PageSpeed-Metriken überprüft werden. Dies sollte mit entsprechenden Tools erfolgen, wie beispielsweise:

  • https://yellowlab.tools/

  • https://www.webpagetest.org/

  • https://pagespeed.web.dev/

Diese Tools geben eine gute Übersicht über potenzielle Schwachstellen, die die Seite erheblich verlangsamen und das Nutzerlebnis negativ beeinflussen können.

5. Strukturierte Daten (Structured Data)

Durch die hohe Anzahl an Webseiten im Internet ist es für Suchmaschinen trotz steigender Rechenpower schwieriger geworden, Zusammenhänge zwischen Dokumenten im Web zu verstehen. Mithilfe strukturierter Daten (Structured Data) lassen sich Inhalte im Netz als „Objekte“ darstellen. Somit kann eine Suchmaschine die Verbindung zwischen „Spanien (Land)“ und „Barcelona (Stadt)“ verarbeiten und dem Nutzer entsprechend darstellen.

Knowledge Graph von Google

Knowledge Graph von Google

Doch die strukturierten Daten beziehen sich nicht nur auf derartige allgemeine Informationen wie Länder oder Städte. Damit können auch Inhalte einer Seite ausgezeichnet werden wie beispielsweise der Inhalt eines Rezepts oder Termine einer Veranstaltung.

Ein wichtiger Vorteil von strukturierten Daten ist die Tatsache, dass mit strukturierten Daten korrekt ausgezeichnete Inhalte von Sprach-Assistenten bei der Suche vorgelesen werden.

Dennoch kann bei der Einbindung von strukturierten Daten einiges schief gehen. Aus diesem Grund sollten diese bei einem technischen Audit mit einem passenden Tool, wie z.B. https://schema.org/docs/schemas.html untersucht werden.

6. Mobile-Optimierung

Seit einiger Zeit nutzt Google – die größte Suchmaschine weltweit – den „Mobile-First“-Ansatz beim Crawlen von Seiten im Internet. Dies bedeutet, dass hauptsächlich die mobilen Seiten von Suchmaschinen-Crawlern gecrawlt und indexiert werden. In der Vergangenheit wurde für den Index hauptsächlich die Desktopversion des Seiteninhalts herangezogen.

Aus diesem Grund sollte stets darauf geachtet werden, dass sowohl die Desktop- als auch die mobile Variante der Seite, alle für den Nutzer relevanten Informationen beinhaltet. Darüber hinaus sollten grundsätzlich – aufgrund der Mobile-First-Umstellung sowie des Responsive-Designs – für mobile und Desktop-Seiten keine getrennten URLs verwendet werden. In anderen Worten sollten die mobilen und Desktop Seiten unter der gleichen Adresse verfügbar sein.

Weitere Punkte, die aus technischer SEO-Sicht beachtet werden sollten, sind:

  • Der Inhalt der mobilen Seite ist gleich mit dem Inhalt der Desktop-Seite

  • Alle wichtigen Interaktionen sind auf der mobilen Seite genauso gut möglich wie auf der Desktop-Seite. Dazu zählen beispielsweise die Suche, die Anmeldung oder jegliche Formulare

  • Keine relevanten Inhalte/Assets sind für mobile Geräte blockiert

  • Die mobile Seite ist gut bedienbar

  • Der Inhalt der Seite befindet sich im Viewport und wird nicht abgeschnitten

  • Die Textgröße ist ausreichend, um problemlos wahrgenommen zu werden

  • Keine Inhalte werden durch Überlappungen versteckt

  • Alle relevanten HTML-Seitenelemente (Title-Tag, Meta-Description, H-Überschriften, Verlinkungen, Robots-Tag) werden sowohl auf der Desktop- als auch auf der mobilen Seite dargestellt

Fazit

Sollte Ihre Webseite nicht in den Suchergebnissen von Suchmaschinen auftauchen, so ist es ratsam ein solches technisches SEO-Audit durchzuführen. Denn es könnte eines der oben genannten Probleme sein, welches das korrekte Crawling oder eine Indexierung verhindert oder negativ beeinträchtigt.

Autor

Jessica
Bei Unterschied & Macher engagiere ich mich täglich für userzentrierten Content, berate hinsichtlich SEO und nehme gern jede neue Herausforderung an.
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